Bulgarien 2026

Vom 05.07.26 bis 25.07.26 waren wir in Bulgarien.

Route

Burgas

Kaum gelandet haben wir uns zur Mietwagenstation bringen lassen (Top Rent a Car, empfehlenswert!). In einem Rutsch ging es dann an die Ostküste nach Burgas.

Burgas hat eine sehr kleine, ganz nette Altstadt. Dazu noch eine lange Strandpromenade und einen großen Skulpturenpark (Primorskipark). Die Stadt ist eher für ihren Ölhafen bekannt …

Alyosha-Denkmal und Gericht

Am Abend haben sich erstaunlich viele Leute versammelt und haben Volkstänze geübt.

Volkstanz

Hotel: o’clock. Ein Design-Hotel in einer einfachen Wohngegend. Hat ein paar Macken, aber man kann da schon übernachten.

Lokal: Tony GiGi. Sehr schönes Lokal. Wir konnten draußen sitzen.

Zarewo

Weiter ging es nach Süden nach Zarewo, wo wir eine Ferienwohnung gemietet haben. Freunde von uns haben ums Eck eine Ferienwohnung und waren noch eine Woche zeitgleich da. Wir haben wieder gemeinsam gekocht und gebacken: Sauerteigbrot, Burger-Buns und Baguettes sind auch entstanden.

Sauerteigbrot in Ferienwohnung gebacken

Essen gegangen sind wir auch. Ansonsten haben wir den Strand genossen und viel gelesen. Die Strandbars kommen und gehen und wechsel übers Jahr ihre Konzepte. Wir waren sehr zufrieden mit Kapana. Für 12 € hat man den ganzen Tag einen Sonnenschirm und zwei Barbapapa-Sitzkissen und das Essen ist sensationell.

Fischgericht und Pommes mit geriebenem Sirene-Käse im Strandlokal Kapana.

Ferienwohnung: La Mer. Sehr zu empfehlen.

Lokale:

  • Orecha (Walnußbaum) – unser Lieblingslokal
  • Morska Swesda – ein einfaches Nachbarschafts-Fischlokal
  • Strandscha – traditionelle Küche mit recht guter Live-Volksmusik (bis auf den Syntesizer…)
  • Flora – etwas versteckt, aber gut
  • Starjiat Elen – gute traditionelle Küche. Leider schnell mal beim Service überfordert
  • Schopow – ein gutes einfaches Fischlokal am (gar nicht pittoresken) Hafen

Beglik Tasch

Einmal haben wir einen Ausflug gemacht nach Beglik Tasch: Eine Ansammlung sehr großer Granitsteine in schöner Landschaft. Funde deuten darauf hin, daß Thraker die Stelle für Riten genutzt haben. Ansonsten muß man die Schilder etwas mißtrauisch sehen, die die Stelle esoterisch stark aufladen wollen.

Beglik Tasch

Ein einsames Steinkistengrab (Dolmen) gibt es auch noch in der Nähe. Und es gibt eine Vielzahl gut ausgeschilderter Wanderwege. Einen haben wir gemacht:

Granitsteine oberhalb von Beglik Tasch

Man läuft dort viel durch lichte Eichenwälder und sieht enorm viele Insekten- und Blumenarten: Großen Eichenbock, Stechenden Mäusedorn, Hauhechel-Bläuling, Mauerfuchs etc.

Auf dem Rückweg sind wir nördlich von Primorsko an den Strand hinter einer Düne im Nationalpark „Perla-Gebiet“ und haben eine nette Burger-Strandbar gefunden.

Dünen im Nationalpark „Perla-Gebiet“

Maslen Nos

An der Felsspitze von Maslen Nos haben wir eine schöne Wanderung durch den Wald am Küstenrand entlang gemacht.

Panorama von Maslen Nos

Natürlich summt und brummen hier auch etliche Insekten. Kaum ein Mensch war dort unterwegs und man konnte in Ruhe die Landschaft genießen. Quasi im Nichts sind wir dann auf eine Strandbar gestoßen, die sonst fast nur über Wassertaxis erreicht wird. Etliche Gäste waren da und haben in einer langen Schlange Essen bestellt und abgeholt. Eine Speisekarte gab es nicht. Auf eine Empfehlung haben wir dann etwas bestellt, was sich als dürre, aber gute gegrillte Hornhechte entpuppte.

Gegrillter Hornhecht in der Strandbar von Maslen Nos

Sosopol

Ein weiterer Ausflug von Zarewo führte uns (erneut) nach Sosopol. Eine sehr nette Altstadt. Nicht so spektakulär wie Nessebar, dafür deutlich ruhiger.

Traditionelle Häuser in der Altstadt von Sosopol

Durchaus sehenswert ist das liebenswerte Museum der „Südlichen Festungsmauer und Turm“. Eine Fülle an exponaten aus der reichen Stadtgeschichte. Alles ist vorbildlich auf englisch beschrieben. Das Museum schlängelt sich durch die ausgegrabenen Original-Festungsmauern und auch um einen thrakischen gemauerten Brunnenschacht.

Thrakischer Brunnerschacht im Festungsmuseum von Sosopol

Lokal: Del Muro. Tolle Lage am Meer und erstaunlich gutes Essen.

Aquae Calidae

Die Rückfahrt nach Sofia haben wir etwas in die Länge gezogen. Erst ging es nach Aquae Calidae. In den warmen Quellen dort haben die Thraker, Römer, Osmanen gebadet. Und nun baden die Bulgaren dort in einem modernen Bad über den Ruinen der historischen Bäder. Das Ganze liegt in einem ausgedehnten Kurpark.

Ausgrabung der Thermen von Aquae Calidae

Es gibt auch ein nettes Museum. Zudem kann man einen osmanischen Prunk-Hamam besichtigen.

Osmanisches Bad von Aquae Calidae

Hotel: Complex Terazini in Byala. Etwas entfernt vom Meer. Ein absolut entspanntes, angenehmes Ferienhotel mit kleinem Pool.

Kamchiya Beach

Der Fluß Kamchiya fließt durch den Naturschutzwald Longos und mündet in das Schwarze Meer. Dort kann man Kanus mieten. Der Fluß wirkt kanalisiert, große Naturerlebnisse sollte man sich nicht erwarten. Aber die Lagune vor der Mündung ist kurios.

Paddeln in der Lagune der Kamtschija-Mündung

Pobiti Karmani

Westlich von Warna findet man bei Slanchevo die Pobiti Kamani Steinformationen. Es sind wohl die übriggebliebenen Stalagmiten einer riesigen Tropfsteinhöhle, deren Decke zu Sand zermahlen wurde. Eine geradezu außerirdische Szenerie.

Steinsäulen von Pobiti Kamani

Thrakergrab von Sweschtari

Ein wahrhaft außergewöhnliches Thrakergrab findet man bei Sweschtari von etwa 300 v. Chr.. Unter einem gewaltigen Erdhügel befinden sich 3 verbundene Tonnengewölbe, die ganz außergewöhnlich dekoriert sind. Völlig zurecht Unescon Weltkulturerbe. Wir hatten einen außergewöhnlich guten und kompetenten Führer. (Man sollte mindestens 1 Stunde vor Ende der Öffnungszeit ankommen, weil man nur mit Führung hineinkommt und die Führung so lange dauert.)

Ausstellung außerhalb des Thrakergrabes mit Teilen der Dekoration. (Photographieren ist im Grab verboten.)

Russe

Lange war in der Stadt Russe die einzige Brücke über die Donau nach Rumänien. Davon hat die Stadt stark profitiert. Heute ist sie für Touristen nicht so aufregend. Aber weiterhin ist Russe ein Verkehrsknoten und daher kommt man bei Reisen im Nordosten fast zwangsläufig dort vorbei.

Hotel: Malavi TN1 top center studio in Russe.

Iwanowo Felsenkirche

Der Rusenski Lom hat sich östlich von Iwanowo mäandernd einen riesigen Canyon in den weichen Fels gegraben. Das Panorama ist spektakulär und eine eigene Wanderung wert.

Im Mittelalter haben es etliche Mönche dem Fluß nachgemacht und Wohnhöhlen in die steilen Felsflanken geschlagen. Ab dem 13. Jahrhundert wurde die „Kirche der Jungfrau Maria“ aus dem Fels geschlagen und aufwändig mit Fresken dekoriert. Man kommt sich vor, wie zwischen den Seiten einer mittelalterlichen Buchmalerei.

Fresken in der Felsenkirche der Jungfrau Maria bei Iwanowo.

Man kann in der Gegend noch weitere Felsenkirchen besichtigen, darunter das Kloster bei Bassarbowo (das aber nicht so spannend aussieht – wir haben es ausgelassen).

Orlova-Chuka-Höhle

Entlang des Cherni Lom kann man mindestens 3 Höhlen besichtigen (Vodna, Zorovica) und Felsenklöster gibt es hier auch (meist Ruinen). Die Orlova-Chuka-Höhle sticht heraus, weil dort das Wasser von unten nach oben drückte. Die Höhle wurde also von unten aus ausgewaschen und es entstanden anschließend (fast) keine Tropfsteine. Das ergibt unglaublich organische, runde Formen. Oft fühlt man sich an die Gaudí-Fassaden in Barcelona erinnert. Der Führer war auch hier enorm kompetent und zeigte uns, wie der Fluor-Sinterüberzug an vielen Felswänden nachleuchtete, wenn man mit der Taschenlampe darüberstrich.

Orlova-Chuka-Höhle

Sofia

Am Schluß waren wir wieder in Sofia. Es war leicht regnerisch, aber wir wollte diesmal ohnehin nichts besichtigen.

Hotel: Hotel Sofia Place, Sofia Center, ul. „Hristo Belchev“ 29, 1000 Sofia, Bulgarien.
(ein Tick einfacher, als das VIKO Boutique Apart Hotel. Dafür parallel Vitosha-Boulevard. Sehr praktisch und angenehm – wenn auch abends laut (Kneipenviertel). Und man hat einen aufregende Auto-Aufzug zur Tiefgarage!)

Lokal: The Rib Brothers in der ul. „Uzundzhovska“ 13, 1000 Sofia, Bulgarien. Die besten Spare-Ribs der Welt!

Alternativ-Routen im Südosten

Wer in der Gegend von Zarewo Routen in den Südosten sucht: Hier wären Vorschläge, die wir nicht ausprobiert haben. Das böte die Chance im Naturpark Strandscha zu wandern. Dazu haben wir nicht allzuviele fertige Wander-Tracks gefunden. Eine gute Informationsquelle ist aber die offielle Webseite des Naturparks. Es gibt ein Information Center in Malko Tarnowo.