Altstädter Ring, Fassaden Teynkirche

Prag 2026

Im August 2026 verbrachten wir ein ein paar Tage in Prag.

Auf der Karlsbrücke

Burg

Wir hatten Zeit und haben uns die komplette Burg (ohne die Gärten) angesehen.

Burgplan

Veitsdom: Sehr beeindruckend. Aber wenn gerade Touristengruppen reindrücken ist es kein Spaß mehr, sondern ein Geschiebe. Da wartet man besser 30 – 60 Minuten, dann ist der Dom womöglich gleich leerer.

Wenzelskapelle im Veitsdom

Alter Königspalast: Schwer beeindruckender mittelalterlicher Bau. Vor allem die große Halle mit ihrem Gewölbe ist faszinierend.

Historisches Museum unter dem Königspalast: Eindrucksvolle riesige Gewölbe. Die Exponate sind teils sensationell. Da auch sehr viele mittelalterliche Textilien gezeigt werden, ist es sehr dunkel und eigentlich sieht man nichts. (Da hätte man sich Schautafeln im Nebenraum gewünscht, die solche Exponate dann gut beleuchtet erklären.) Vieles war auch verliehen.

Bildergalerie: Das kann man sich sparen. Die Bilder sind größtenteils schlecht und unfreiwillig komisch. Selbst bei den bekannten Malern, hat der tschechische König offenbar nur die Restposten erwischt (oder die besseren Teile über die Jahre schon verkauft).

Goldenes Gäßchen: Überraschend interessant. Kaum zu glauben, daß Menschen in so kleinen Häuschen dauerhaft gelebt haben. Das sind mal echte Tiny-Houses!

Goldenes Gäßchen. Das blaue Haus gehörte Kafkas Schwester. Hier hat er die meisten seiner Werke geschrieben.

Georgsbasilika: Romanisch und charaktervoll. Mit einer Führung hätte man womöglich mehr Gewinn aus diesem Kirchenbesuch gezogen.

Georgsbaslikia

Der Rosenberg-Palast wurde leider renoviert. Wir haben nur eine bizarre Sammlung von Staatsgeschenken gesehen.

Strahov-Kloster

Oberhalb der Burg liegt das Strahov-Kloster. Das Beieindruckende dort sind die beiden Bibliotheksräume und die „Wunderkammer“ z. B. mit einer Baumrindensammlung.

Strahov-Kloster: Philosophische Bibliothek.

Altstadt

Wir sind sehr viel rumgelaufen und haben uns in den Gassen treiben lassen. Immer wieder haben auch ruhige Ecken entdeckt.

Rathaus

Im Rathaus kann man eine Tour buchen incl. Underground. Das ist zu empfehlen. Man sieht erstaunliche original gotische und Renaissance-Räume, die Figuren der astronomischen Uhr von hinten und am Ende geht man in die Keller, die früher ebenerdige Häuser waren. Cool.

Es war extrem heiß in der Stadt. Vor dem Rathaus hielt unvermittelt ein Feuerwehrauto und hat die Touristen mit Wasser eingenebelt. Alle waren begeistert!

Es gibt in Prag aber auch stationäre Benebelungsstationen und überall Trinkwasserbrunnen.

Prager Feuerwehr kühlt Touristen.

Kleinseite

Die Altstadt der „Kleinseite“ ist ruhiger und eigentlich genauso schön.

Straße der Kleinseite
St. Nikolaus – Rokoko von bayerischen Baumeistern

Ein Zufallsfund an der U-Bahnstation war der Waldstein-Garten unterhalb der Burg. Sehr schön angelegt und so groß, daß angenehm ruhig wirkt. Samstags von 9-16 Uhr kann man auch den Waldstein-Palast besichtigen, in dem sonst der tschechische Senat tagt.

Waldstein-Garten

Architektur

Am Wenzelsplatz und vielen anderen Ecken haben über die beeindruckende Architektur gestaunt. Das Meiste ist natürlich Historismus (grandios: Die Sparkasse). Oder Barock (z. B. entlang des Altstädter Rings). Aber es gibt auch sehr phantasievolle Jugendstil- und Art-Deco-Bauten. Völlig neu war für uns der tschechische Kubismus als Architekturstil.

Fassade am Altstädter Ring

Weitere Sehenswürdigkeiten

Sehr schön war die Teynkirche und das Viertel rundum mit der Ungelt-Straße / Tynstraße .

Die Pariser Straße ist voller Luxusläden und angenehm schattig.

Problematisch ist das Jüdische Viertel. Man muß immer ein recht teures Sammelticket für alle Synagogen und den Friedhof kaufen – selbst wenn man am Nachmittag nur noch Zeit für eine der Sehenswürdigkeiten hätte. Also haben wir da nichts besichtigt.

Weitere Prag-Infos

Hotel: Botel Racek, Podolske nabrezi, 147 00 Prag 4.
Schiffskabine auf der Moldau als Hotelzimmer: Eng, günstig, ruhig. Mit der Tram ist man rasch im Stadtzentrum. Frühstück etc. sollte man in der Stadt einplanen – ist nicht so toll an Bord.

Blick aus dem Hotelfenster auf die Moldau

Restaurants:

Restaurace U Dvou velbloudů: Touristenlokal mit böhmischen Klassikern. Aber ruhig gelegen und ordentlich gekocht.

Transport: Als erstes sollte man sich die PID-App laden und einrichten. Dann kann man Einzelfahrkarten und Tagestickets bequem kaufen. Man kommt überall mit der Tram hin. Die U-Bahnstationen sind ikonisch und lohnen daher auch mal eine Fahrt.

Konzerte: Wir waren im Touristenkonzert von www.concertsofprague.com in der Salvatorkirche. Das war ein stimmungsvolles Best-Of-Classic, da kann man durchaus mit Genuß hingehen. Alternativ hätte es auch noch Konzerte in der Spiegelkapelle des Clementinum gegeben.
Der Jazzclub Reduta blickt auf eine lange Geschichte zurück. Die Künster-/Bandnamen tauchen im Programm gar nicht oder nur sehr kleingeschrieben auf. Unser Konzert war super.

Infos: Die eigentliche Touristen-Info ist im historischen Rathaus. Dort gibt es auch Touren. Ansonsten:

Führer: „Baedeker-Smart: Prag“ war nicht so gut: Zu wenige Spaziergangsrouten, Erläuterungen zu Sehenswürdigkeiten teilweise auf 4 Seiten verteilt (irgendeine Info verpaßt man so immer, wenn man davor steht). Völlig unbrauchbarer Index. Infos teilweise fragwürdig bis falsch (die Sparkasse ist z.B. definitiv kein Art-Deco – das ist reinster und schönster Historismus! Leider kein Einzelfall.)

Orientieren: Wir sind ständig an den selben Stellen rausgekommen. Es hilft sich klarzumachen, daß es vor allem zwei Hauptrouten für Touristen gibt:

  • Wenzelsplatz-Mustak-Rathaus/Altstädter Ring-Pariser Straße
  • Ungeltstraße-Altstädter Ring-Karlsbrücke-Kleinseite

Pilsen

Auf der Rückfahrt sind wir über Pilsen.

Restaurant: Bistro v Riegrovce. Dieses Lokal ist schon für sich eine Reise wert. Sensationell gut und kreativ!